Methodik |
Untersuchungsmethoden |
Die Fortschritte in der Molekularbiologie haben dazu geführt, dass sich biologische Verwandtschaftsverhältnisse auf der Ebene des Erbgutes (der DNA) kostengünstig und mit minimalen Probenmengen in einer Präzision klären lassen, die vor einigen Jahren noch undenkbar war. Das Verfahren, mit dem das Erbgut auf Unterschiede zwischen einzelnen Personen getestet wird, nennt man, da das Ergebnis so individuell wie ein Fingerabdruck ist, "genetischer Fingerabdruck".
Um den genetischen Fingerabdruck einer Person zu erhalten, muß zunächst die Erbsubstanz (DNA) isoliert werden. Die DNA findet sich in nahezu allen Körperzellen. Als schmerzfreie und einfach durchführbare Methode zur DNA-Gewinnung hat sich der Wangenschleimhautabstrich (oder auch Speicheltest) bewährt. Die wenigen Schleimhautzellen, die auf einem speziellen Wattestäbchen haften bleiben, wenn man mit ihm auf der Innenseite der Wange entlangschabt, reichen aus, um den genetischen Fingerabdruck durchzuführen.
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Die Menge an DNA, die man aus einem Wangenabstrich erhält, genügt, um die DNA-Abschnitte, die Unterschiede zwischen einzelnen Individuen enthalten, mithilfe der PCR- Methode zu vermehren.
Im Regelfall werden 15 verschiedene Abschnitte in der DNA vermehrt, um eine Aussage über das Verwandtschaftsverhätnis zu erhalten. Die vermehrte DNA wird dann mittels Gelelektrophorese ihrer Größe nach aufgetrennt. Der Unterschied zwischen einzelnen Individuen zeigt sich dann in der unterschiedlichen Größe der vermehrten DNA-Abschnitte.
Vergleicht man jetzt die Ergebnisse zwischen einem Kind und seinem möglichen Vater, so muß das Kind in jedem der 15 verschiedenen DNA-Abschnitte in einem Allel (jede Person hat ein Allel vom Vater und ein Allel von der Mutter) die gleiche Abschnittslänge wie der Vater besitzen. Ist dies nicht in allen 15 Abschnitten der Fall, so kann der Mann als Erzeuger des Kindes ausgeschlossen werden.
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Hier sehen Sie ein Beispielergebnis der DNA-Analyse: |
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Stellt man die Kurven übereinander, erkennt man, ob ein Mann als Vater eines Kindes infrage kommt. Man bestimmt, welches Merkmal von der Mutter auf das Kind vererbt wurde (1. Ausschlag auf gleicher Höhe), und ob der zweite Ausschlag (Merkmal) sich in der Probe des möglichen Vaters findet. In der linken Grafik kommt der Mann als Vater infrage, in der rechten Grafik stehen keine Ausschläge von Kind und Mann übereinander. Dieser Mann ist hier als Vater auszuschließen.
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Sonderfälle |
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Alternativen für den Wangenabstrich!
Nach Rücksprache können Sie anstatt des Wangenabstriches auch die folgenden Materialien verwenden. Bitte achten Sie auf die korrekte Kennzeichnung der Proben (KD=Kind, KV=Vater, KM=Mutter). Nur so kann ein richtiges Ergebnis erreicht werden.
Es kommen alle Gewebe und Gewebeflüssigkeiten in Frage, die Zellen mit Zellkernen enthalten. |
Blut: Blut kann zur DNA-Isolation in flüssiger Form oder als eingetrockneter Tropfen auf Filterpapier verwendet werden.
Haare: Bei Haaren sind DNA-haltige Zellen nur in ausreichendem Maße in der Haarwurzel vorhanden. Für einen einwandfreien genetischen Fingerabdruck sind mindestens 10 Haare mit Wurzel !! notwendig. Abgeschnittene Haare können zwar zu einer Drogenanalyse verwendet werden, sind jedoch für die Abstammungsuntersuchung nicht geeignet.
Papiertaschentücher: Benutzte und eingetrocknete Papiertaschentücher eignen sich ebenfalls zur DNA-Isolation. Entscheidend ist allerdings, dass das Taschentuch nicht von mehreren Personen (z.B. Mutter und Kind) benutzt wurde. Um ein korrektes Ergebnis zu erhalten, muss eindeutig feststehen, wer der Benutzer war, da sonst im Vergleich der Proben bei einer Vaterschaftsuntersuchung ein falsches Ergebnis suggeriert wird.
Bartstoppeln aus einem Elektrorasierer: Aus Bartstoppeln und Hautschuppen, die aus einem Elektrorasierer geklopft werden können, ist eine DNA-Isolation möglich. Wichtig ist aber auch hier, dass der Rasierer nicht von mehreren Personen benutzt wurde. Auch sollte man sicher sein, wer der Benutzer war, da sonst im Vergleich der Proben bei einer Vaterschaftsuntersuchung ein falsches Ergebnis suggeriert wird.
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Zahnbürsten: Auch aus Zahnbürsten kann DNA isoliert werden. Wichtig ist aber auch hier, dass die Zahnbürste nicht von mehreren Personen benutzt wurde. Es muss eindeutig feststehen, wer der Benutzer war, da sonst im Vergleich der Proben bei einer Vaterschaftsuntersuchung ein falsches Ergebnis suggeriert wird.
Sperma: Spermaflecken auf Stoffen eignen sich ebenfalls gut zur DNA-Isolation. Auch hier ist entscheidend, ob die Probe, die man einem bestimmten Mann zuordnet, auch tatsächlich von ihm stammt.
Zigarettenfilter: Aus dem Filter von Zigaretten kann DNA für eine Abstammungsuntersuchung isoliert werden. Wichtig ist aber auch hier, daß die Zigarette nicht von mehreren Personen geraucht wurde. Auch sollte man sicher sein, wer der Raucher war, da sonst im Vergleich der Proben bei einer Vaterschaftsuntersuchung ein falsches Ergebnis suggeriert wird.
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